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Geschichte von Brilliante
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Europameisterschaften Junge Reiter in Achselschwang 1995

In Achselschwang erwartete uns ein toller Geländekurs, mit guten Bodenverhältnissen. Über das ganze Gesicht strahlend absolvierten Brilliante und ich die Dressurprüfung - Sie war ruhig geblieben und ging traumhaft für mein Gefühl.
Für den Geländeritt hatte ich mir eigentlich nur ein Ziel gesetzt, ich wollte beide Wasserkomplexe meistern. In Gedanken war ich bestimmt hundert mal das Anreiten des Wassereinsprungs durchgegangen, hatte mir jede Hilfe und Reaktion genau überlegt. Als ich schließlich mit Brilliante unterwegs war, merkte ich, dass sie richtig Spaß hatte. Sie legte ein gutes Tempo vor, trotzdem beschleunigte ich zum Wasser sicherheitshalber noch einmal. Das wäre jedoch gar nicht nötig gewesen, ohne jegliches Zögern stürmte sie ins Wasser.
Bei der Adlerschwinge, die kurz darauf folgte hatte ich einen bangen Moment: Einem Tiefsprung folgte auf zwei Galoppsprünge eine Spitze mit Graben davor. Brilliante sprang den Tiefsprung gut, verharrte dann aber vor dem Graben mit der Bürste dahinter. Ich überlegte schon abzuwenden, als Rica dann plötzlich doch noch aus dem Stand zum Sprung ansetzte. Begeistert von meinem Pferd ritte ich den Kurs in nur einer Sekunde über Bestzeit zu Ende.achselschwang2 Nach dem Gelände lag ich in Führung. Brilliante war sehr nervös vor dem Springen. Ich glaube sie hatte die Trainer damit auch etwas angesteckt. Die waren nämlich aufgeregter als ich. Brilliante und ich ließen uns die Führung jedoch nicht nehmen und legten eine Null-Fehler-Runde vor.
Von allen Seiten wurde mir herzlichst gratuliert. Alle haben sich riesig gefreut, das war toll. Die Meisterehrung war sehr würdevoll. Ich hatte jedoch die ganze Zeit mit meiner Schärpe zu kämpfen, sie war andauernd kurz vorm Wegfliegen. In diesem Momenten ahnte ich noch nicht was ich mir mit dem Sieg noch eingehandelt hatte, hatte ich doch noch nie zuvor einen Wassergraben von so nahe betrachtet bzw. gefühlt als an diesem Tag. Zwar nass aber trotzdem überglücklich ging es dann weiter zur Sektbar. Sekt gab es dort zwar nicht, aber jede Menge Champagner. Als ich meine Eltern von weitem kommen sah, rief ich ihnen freudestrahlend entgegen: "Mutter, es gibt nur Champagner, die Flasche kostet achtzig Mark!" Ich weiß nicht ob meine Eltern das genauso begeisterte, aber jedenfalls leerten wir ungefähr fünf an der Zahl.